Die Vermessung der Demokratie
Wilhelm Leuschner, ein Leben für Republik und Menschenrechte!
Wie wichtig ist der Kampf für die Demokratie?
Wie kann man die Demokratie gegen Rechts- aber auch gegen Linksextremismus verteidigen?
Wie sieht Widerstand in einer brutalen Diktatur aus?
Am Donnerstag dem 30.10. haben der Schauspieler Jan Uplegger (Schauspieler), Yumiko Tsubaki (Violine) und Maria Hinze (Klavier) zusammen ein Theaterstück aufgeführt, welches genau diese Fragen mit den Mitteln des Theaters thematisiert.
Das Theaterstück erzählt die Geschichte eines der größten sozialdemokratischen Politiker und Widerstandskämpfer seiner Zeit, Willhelm Leuschner. Der geborene Bayreuther wuchs in einfachen Verhältnissen auf. In der Weimarer Republik wird er SPD-Abgeordneter und im Jahr 1928 Hessischer Innenminister.
1931 deckt er Umsturzpläne der NSDAP in Hessen auf: die Boxheimer Dokumente. Er verfolgt als Innenminister als einer der wenigen in Deutschland, konsequent den Straßenterror und die menschenverachtende Hetze der SA und der NSDAP in Hessen. Nach den Reichstagswahlen 1933 wird Leuschner von den Nationalsozialisten aus dem Amt getrieben. Er ging nicht freiwillig, die Sturmabteilung der NSDAP standen am 7. März bewaffnet vor dem Innenministerium.


Nach der Verhaftung und einer einjährigen KZ-Haft, gründet Leuschner eine Firma für Bierzapfhähne, die es ihm ermöglichte, in ganz Deutschland ein geheimes Netzwerk unter ehemaligen Sozialdemokraten und Gewerkschaftlern aufzubauen. Durch seine Beteiligung am Stauffenberg Attentat wurde Leuschner am 29.09.1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Jan Upplegers Theaterstück zeigt diese Biografie mit spannenden, sehr persönlichen Einsichten in Leuschners Leben und Gefühlswelt, musikalisch eindrucksvoll begleitet von Yumiko Tsubaki und Maria Hinze, die der Geschichte zusätzliche Spannung und Tiefe verleihen.
Trotz seines historischen Kontextes zeigt sich das Wirken rechter Ideologien auch heute noch und verleiht dem Stück Aktualität.
Leuschner wird nicht nur als der großartigen Politiker der er war gezeigt, sondern in erster Linie als Mensch und Widerstandskämpfer.

Das Stück von Jan Uplegger über Wilhelm Leuschner hat mich echt beeindruckt. Besonders berührt hat mich, wie viel Mut und Überzeugung Leuschner gezeigt hat, um für Freiheit und Demokratie einzustehen. Für mich bedeutet das, dass man selbst Verantwortung übernehmen und nicht wegschauen sollte, wenn es um unsere Werte und die Demokratie geht.
Tom Hoß
Das Stück zeigt besonders eindrucksvoll, dass hinter dem historischen Namen die Geschichte eines echten Menschen steht.
Ella Streichert
Im Stück haben mich am meisten die vielen Zitate aus seinen Briefen beeindruckt, weil man Leuschners Gefühlswelt und seine Gedanken nachvollziehen konnte.
Leni Hebisch
Am Bewegendsten fand ich, dass die Person Leuschner Stück für Stück vom Nationalsozialismus sinnbildlich aufgelöst und zerstört wurde am Ende und wie schnell die Diktatur sich etabliert hatte.
Für mich selbst habe ich mitgenommen, dass wir alle etwas mehr Leuschner sein sollten: Demokraten, die sich für die Freiheit aller Menschen einsetzen.
Martin Harakal
Eine klare Empfehlung für jeden Demokratieinterressierten.
Ella Streichert und Martin Harakal






